Working Capital

Was Sie tun können, wenn Zahlungsfristen verlängert werden

2 September 2020
The C2FO Team

Im Folgenden werden vier alternative Finanzierungsformen aufgezeigt, die kleinen bis mittelständischen Unternehmen über den Engpass hinweg helfen können.

 

Heutzutage sehen sich viele Unternehmer unter Druck – und das nicht nur infolge der Coronavirus-Pandemie.

 

Lieferanten, darunter viele kleine bis mittelgroße Unternehmen (KMUs), warten oft 90 bis 120 Tage oder länger bis ihre Rechnungen beglichen werden, was zu schwerwiegenden Liquiditätsengpässen führen kann. Wenn es mittelständischen Unternehmern gelingt, eine Insolvenz abzuwenden, sehen sie sich oft mit anderen Konsequenzen konfrontiert, etwa der Tatsache, dass sie nicht in der Lage sind, ihre Rechnungen zu begleichen, Lagerbestände wieder aufzustocken, ihre Mitarbeiter zu bezahlen oder in Wachstumsmöglichkeiten zu investieren. Angesichts der aktuellen Coronavirus-Pandemie und anderer wirtschaftlicher Unsicherheiten mag diese drei- bis viermonatige Wartezeit auf einen Zahlungseingang wie eine Ewigkeit erscheinen.

 

Große Unternehmen weiten die Zahlungsfristen aus, um selbst mehr liquide Mittel zur Verfügung zu haben, was dazu führen kann, dass Lieferanten weniger Geldmittel haben, wenn sie diese benötigen. Dies kann für KMUs, denen es für herkömmliche Bankkredite oft an der nötigen Bonität oder anderen Finanzierungsanforderungen mangelt, ein schwieriges Umfeld schaffen.

 

An wen können sich Lieferanten wenden, wenn Zahlungsfristen verlängert und Geldmittel benötigt werden? Erfreulicherweise gibt es vier alternative Finanzierungsmöglichkeiten, mit denen der Geschäftsbetrieb auch bei längeren Zahlungsfristen aufrecht erhalten – und sogar ausgebaut – werden kann.

 

In diesem Artikel erörtern wir wie Kreditlinien für Unternehmen, kurzfristige Unternehmenskredite, das Factoring von Rechnungen und Frühzahlungsprogramme die Liquidität verbessern können, wenn es untragbar scheint, 90 Tage oder länger auf Zahlungseingänge zu warten.

 

Kreditlinien für Unternehmen

Geht ein Lieferant davon aus, dass ein Kunde Zahlungsfristen regelmäßig verlängert, kann er sich mittels einer Kreditlinie für Unternehmen (Line of Credit, LOC) gegen Liquiditätsprobleme absichern. LOCs sind „revolvierende“ Kredite, d. h., der Kreditnehmer kann jederzeit Geldmittel bis zu einem im Voraus festgelegten Höchstbetrag abrufen und – wann immer er kann – zurückzahlen. Eine äußerst flexible Lösung also. Ähnlich wie bei Kreditkarten wird durch die Rückzahlung des Rechnungssaldos das maximal verfügbare Guthaben wieder aufgestockt.

 

Das Verfahren zur Gewährung einer Kreditlinie für Unternehmen ist recht unkompliziert. Eine Kreditlinie für Unternehmen können Sie bei einer Bank oder einem Online-Kreditgeber beantragen und einen Zinssatz und ein Kreditlimit vereinbaren. Anschließend können Sie die Mittel bei Bedarf verwenden und den Saldo nach Möglichkeit oder gemäß den Bedingungen mit dem Kreditgeber zurückzahlen.

 

Natürlich variieren die Anforderungen, Bedingungen und Preise von Kreditgeber zu Kreditgeber. Banken führen eine Bonitätsprüfung durch und verlangen unter Umständen einen Credit Score von mindestens 600 sowie jährliche Umsatzbenchmarks. Online-Kreditgeber sind diesbezüglich möglicherweise etwas nachsichtiger, haben aber höhere Zinssätze und verlangen planmäßige Zahlungen.

 

LOCs eignen sich gut für Unternehmer, die mit längeren Zahlungsfristen rechnen, aber nicht genau wissen, wann dies der Fall sein wird. Haben Geschäftsinhaber jedoch bereits zu kämpfen und stellen einen unmittelbaren Finanzierungsbedarf fest, sollten sie stattdessen einen kurzfristigen Unternehmenskredit in Erwägung ziehen.

 

 

Kurzfristige Unternehmenskredite

Bei kurzfristigen Unternehmenskrediten handelt es sich um einen Pauschalbetrag, der ausgezahlt und vom Kreditnehmer in monatlichen, wöchentlichen oder täglichen Raten zurückzuführen ist. Die Laufzeiten betragen in der Regel drei bis 36 Monate und die Zinssätze beginnen bei etwa 8 %. Möglicherweise kann ein Lieferant aufgrund verlängerter Zahlungsfristen keine Gehaltsabrechnung vornehmen? Ein Darlehen innerhalb dieser Größenordnung sollte für Unternehmer ausreichen, ihre Mitarbeiter in der Zeit, in der sie auf die Zahlung eines Kunden warten, zu bezahlen.

 

Die Verwendung kurzfristiger Unternehmenskredite ist am sichersten für Unternehmen, die in naher Zukunft Einnahmen erwarten. Deshalb ist es für Unternehmen, die mit ausgeweiteten Zahlungsfristen konfrontiert sind, eine gute Taktik. Das Geld fließt, und der Kredit kann schnell zurückgezahlt werden.

 

Wenn ein Unternehmen dagegen infolge schlechten Wetters oder eines saisonalen Abschwungs Liquiditätsprobleme hat, sind in naher Zukunft möglicherweise keine höheren Einnahmen zu erwarten. Unternehmer, die in dieser Situation einen kurzfristigen Kredit in Anspruch nehmen, laufen Gefahr, Zinsen und Verzugsgebühren zu zahlen und ihre Kreditwürdigkeit zu beeinträchtigen.

 

Kleine bis mittelständische Unternehmen müssen eine zweijährige Geschäftstätigkeit, eine Historie mit soliden Einnahmen und einen Credit Score von 600 nachweisen, um sich für einen kurzfristigen Unternehmenskredit zu qualifizieren. Unternehmen, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, finden möglicherweise Online-Kreditgeber mit geringeren Anforderungen, jedoch werden diese Kredite auch teurer sein.

 

Ungesichert vs. Gesichert

Die meisten nicht klassischen Bankkredite, einschließlich LOCs und kurzfristige Unternehmenskredite, sind ungesichert, d. h., es werden keine Kreditsicherheiten verlangt. Nichtsdestotrotz erweisen sich gesicherte Kredite (bei denen Sicherheiten erforderlich sind) gegebenenfalls als einzige Option, sollte der Kreditgeber ein erhebliches Risiko sehen.

 

Unabhängig davon, ob es sich um eine Bankenlösung oder eine Online-Alternative handelt, sehen alle Kreditgeber die Bonitätsbewertung als den zuverlässigsten Indikator dafür an, ob der Kreditnehmer seinen Kredit zurückzahlen kann. Wenn die Kreditwürdigkeit eines Antragstellers niedrig ist und es keine anderen finanziellen Indikatoren gibt, um dies auszugleichen, kann es vorkommen, dass Kreditgeber eine Vereinbarung verlangen, die es ihnen erlaubt, Vermögenswerte bei Zahlungsausfall zu pfänden.

 

Kredite stellen jedoch nicht die einzige Lösung bei Liquiditätsproblemen dar, die durch ausgeweitete Zahlungsfristen entstehen. Es gibt noch weitere Finanzlösungen, um KMUs Liquidität zu verschaffen, die direkt an ihre Debitorenkonten gebunden sind.

Factoring von Rechnungen 

Diese Methode der Absatzfinanzierung bezeichnet den Verkauf von Forderungen aus Warenlieferungen an eine dritte Partei (den Factor) mit einem Abschlag. Der Factor gewährt eine Vorauszahlung von 75 % bis 90 % des Rechnungsbetrags, wodurch der Lieferbetrieb seinen unmittelbaren Finanzierungsbedarf decken kann. Der Factor, der nun der Eigentümer der Rechnung ist, erhält die Zahlung vom ursprünglichen Käufer bei Fälligkeit der Rechnung. Schließlich zahlt der Factor den Rest des Rechnungsbetrags abzüglich des Abschlags an den Lieferbetrieb aus. Die Gebühren für das Factoring liegen in der Regel bei etwa 2 % des Rechnungsbetrags, können aber bei längeren Rückzahlungsfristen erheblich steigen.

 

Warum sind Finanzinstitute bereit, die Rechnungen von KMUs anzukaufen, deren Kreditwürdigkeit so niedrig ist, dass ihnen keine kurzfristigen Kredite gewährt werden? Sobald die Rechnung im Besitz des Instituts ist, liegt die Priorität darin, dass der Käufer die Rechnung begleicht. Daher sind die Kreditwürdigkeit und die Bonität des Käufers von Bedeutung. Der Lieferant ist somit nicht länger derjenige, der Verbindlichkeiten zurückführen müsste.

 

Einigen KMU missfällt jedoch der Gedanke, dass eine dritte Partei mit ihren Kunden interagiert. Obgleich sich die meisten Finanzinstitute bemühen, ihre Beteiligung zu verbergen, gibt es keine Garantie dafür, dass der Screening- und Inkassoprozess keine Spuren hinterlässt.

 

Welche Optionen bleiben für einen Lieferanten jenseits von Kreditgebern und Finanzinstituten?

Frühe Zahlung

Die Vermeidung einer Zusammenarbeit mit Dritten ist ein großes Anliegen vieler Lieferbetriebe. Für sie kann die frühe Zahlung eine ausgezeichnete Alternative zu Krediten und Factoring-Maßnahmen sein. Bei früher Zahlung gewährt der Lieferant einen Rabatt, damit die Zahlung frühzeitig erfolgt. Diese frühe Zahlung kann direkt vom Kunden des Lieferanten oder von einer Partnerinstitution, die das Programm betreibt, erfolgen.

 

Online-Plattformen, die eine frühe Zahlung erleichtern, können den Prozess beschleunigen. Lieferanten können dort alle ihre Rechnungen hochladen und einfach auswählen, welche Rechnungen rabattiert werden sollen. Wenn der Käufer oder Geldgeber auf der anderen Seite der Transaktion die Bedingungen akzeptiert, wird er die Gelder sofort freigeben, die dann innerhalb von 48 Stunden auf dem Konto des Lieferanten erscheinen.

 

Die Kosten für frühe Zahlung sind unkompliziert. In einigen Fällen ist die einzige Ausgabe für einen Lieferanten der auf den Rechnungen angebotene Rabatt. Diese Kosten können deutlich niedriger sein als andere Formen der alternativen Finanzierung.

Working Capital durch C2FO

Als globaler Anbieter von Betriebskapitallösungen bietet C2FO frühe Zahlung an, die Forderungen und Verbindlichkeiten von mehr als einer Million Kunden weltweit zusammenbringt. C2FO bietet darüber hinaus zusätzliche Finanzierungsoptionen, die es Unternehmen jeder Größe ermöglichen, ihren Cashflow besser zu kontrollieren, entweder durch eine schnellere Zahlung seitens ihrer Kunden oder durch ein vielfältiges Netzwerk innovativer Finanzierungspartner.

 

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie C2FO Ihrem Unternehmen dabei helfen kann, eine Überlastung zu vermeiden, gehen Sie auf: www.C2FO.com/vendor.



Möchten Sie die Kontrolle über Ihren Cashflow übernehmen?

Eine frühe Zahlung durch C2FO kann helfen.

Related Reading